Lüdinghauser Weihnachtslied


Eine Quellensuche
von Thomas Kleinhenz


Übersicht:

  1. Dies ist der Tag, den Gott gemacht
  2. Lüdinghauser Ursprung?
  3. Weitere Lied-Melodien
  4. Freie Kompositionen
  5. Verbreitung des Liedes im 19. Jahrhundert

1. Dies ist der Tag, den Gott gemacht

In Lüdinghausen ist es seit vielen Jahrzehnten Tradition, dass das sogenannte „Lüdinghauser Weihnachtlied“ zur Weihnachtszeit in den Gottesdiensten und weihnachtlichen Feiern erklingt. Viele Lüdinghauser sind sogar stolz auf ihr „eigenes“ Weihnachtslied:

Den textlichen Hintergrund am Beginn des Liedes bildet die biblische Vorstellung vom Tag des Herrn: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.“ (Ps 118, 24). Der Text transformiert hier eine eigentlich dem Osterfest vorbehaltene Wendung (siehe z.B. GL 329) in das Weihnachtsgeschehen hinein.

Das Lied wird seit mehreren Generationen traditionell vor allem als Schlusslied in der Messe am zweiten Weihnachtstag in der Pfarrkirche St. Felizitas in Lüdinghausen gesungen. Nach Aussagen älterer Bürger wurde früher der Schlussteil stets besonders leise gesungen und gespielt, während die anschließende Wiederholung laut und kräftig gestaltet wurde.


2. Lüdinghauser Ursprung?

Weihnachtskrippe in St. Felizitas

Die Melodie und der Text des Lüdinghauser Weihnachtsliedes wurden in der Steverstadt über viele Generationen weitergegeben und sogar bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts in den örtlichen Schulen im Unterricht gelehrt.

Dennoch war die Herkunft des Lüdinghauser Weihnachtsliedes bis vor kurzem nicht bekannt. Als „Lüdinghauser Quellen“ lagen nur kleine Textblätter zur Auslage in der Pfarrkirche St. Felizitas sowie eine handschriftliche Notation des Liedes (gefertigt von Johannes Greshake) ohne Angaben von Texter und Komponist vor.

Dass allerdings zumindest der Text des Weihnachtsliedes nicht aus Lüdinghausen stammen kann, war schnell zu erahnen. Denn bereits Anfang des 19. Jahrhunderts ist der Text auch mit weiteren Strophen in vielen kirchlichen und privaten Gebetsbüchern vor allem in Niederösterreich und in der Steiermark, in Deutschland, aber auch im heutigen Ungarn, in Serbien und in Rumänien zu finden.

Neben der Lüdinghauser Melodie existieren zu dem Text zahlreiche weitere unterschiedliche Melodien. Die Suche nach den Quellen der Melodien wird dadurch erschwert, dass in vielen Gesangbücher nur der Text ohne Noten zu finden ist. Zugehörige Melodie- oder Orgelbücher aus dem 19. Jahrhundert sind leider schwer auszumachen bzw. teilweise auch nicht mehr vorhanden.


2.1 Liedersammlung von Michael Denis

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Denis-166x300.jpg
Michael Denis
(1729-1800)

Erstmals abgedruckt wurde der Text in den „Geistlichen Liedern z. Gebrauch der hohen Metropolitankirche b. St. Stephan in Wien und d. ganzen Wiener Erzbistums“ von dem Jesuitenpater Michael Denis (1729-1800), die 1774 in Wien erschienen sind.1

Gefördert durch die Josephinischen Reformen 1783 und im Zuge der staatlich gelenkten liturgischen Reformen in Österreich-Ungarn wurden die qualitativ hochwertigen und in der Zeit der Aufklärung beliebten Liedtexte nach ihrer Erstveröffentlichung häufig nachgedruckt. Vor allem im 19. Jahrhundert wurden sie in viele (diözesane und regionale) Gesangbücher, aber auch als Liederanhang in Andachts- und Gebetbücher übernommen.

Das 48-seitige Gesangbuch von Michael Denis enthält einen vollständigen Zyklus mit 17 Liedertexten für die einzelnen Zeiten des Kirchenjahres (ohne Melodien), die teilweise noch heute zum Standard der deutschen und österreichischen Gesangstradition gehören.

Michael Denis

(*1729 in Schärding, +1800 in Wien)

Johann Nepomuk Cosmas Michael Denis war ein österreichischer Priester, Schriftsteller (Pseud.: Sined der Barde), Übersetzer, Bibliothekar und Zoologe.
Unter den 17 Liedern veröffentlichte Michael Denis auch seine Erstfassung des bekannten Adventsliedes „Tauet Himmel, den Gerechten“ (siehe GL 753, heutige Fassung von Norbert Hauner, 1777).

Der bedeutende deutsche Hymnologe Wilhelm Bäumker (1842-1905) beschreibt in seiner Abhandlung „Das katholische deutsche Kirchenlied in seinen Singweisen“  diese Liedersammlung im Detail:2

Wilhelm Bäumker: Das kath. deutsche Kirchenlied in seinen Singweisen

Das katholische deutsche Kirchenlied
in seinen Singweisen

von Wilhelm Bäumker

(Auszug Seite 88ff.)
Übertragung: Th. Kleinhenz

V. Bibliographie und nähere Beschreibung der wichtigsten Gesangbücher

1774. (M. Denis) Geistliche Lieder zum Gebrauche der hohen Metropolitankirche bey St. Stephan in Wien und des ganzen wienerischen Erzbisthums. Wien, gedruckt mit Schulzischen Schriften 1774. 12. Ohne Melodien.

Das Büchlein enthält auf 48 Seiten 17 Lieder, die ich nachstehend anführe, weil sie in spätere Gesangbücher übergingen.

  1. Der Heyland ist erstanden, befreyt von Todesbanden. S. 10
  2. Dies ist der Tag von Gott gemacht, ich will mich herzlich freuen. S. 6
  3. Ein frommes Loblied, o Johann. S. 45
  4. Erfreut euch, liebe Seelen. S. 17. (Überarbeitung des alten Liedes "Freut euch, ihr lieben Seelen", vgl. I. Bd., Nr. 302 u. 405)
  5. Gott des Himmels und der Erde, Dir ist alles unterthan. S. 30
  6. Herr, wir tragen unsre Schuld. S. 33
  7. Ich bethe drey Personen in einer Gottheit an. S. 15
  8. In Gott des Vaters und des Sohns und seines Geistes Nahmen. S. 22
  9. Komm, heiliger Geist, o dritte Person. S. 13
  10. Laß mich deine Leiden singen. S. 8
  11. Maria, sey gegrüßet, Du lichter Morgenstern. S. 39
  12. O Herr, wir sind getroffen. S. 36
  13. O Maria! Sey gegrüßet, hier in Deinem Gnadenbild. S. 42
  14. O Mutter Gottes, hochbelohnt. S. 20
  15. O Schöpfer, dessen Allmachtswort. S. 24
  16. Thauet, Himmel, den Gerechten. S. 3
  17. Wir fliehen zu dir nur, allmächtiger Gott. S. 7

Weder auf dem Titelblatte noch sonst im Buche kommt der Name M. Denis vor; daß dieser aber der Autor ist, geht, abgesehen von allem Anderen, schon daraus hervor, daß Turin, der in seine Sammlung geistlicher Lieder 1778 alle oben verzeichneten Lieder mit Ausnahme von Nr. 6 und 13 aufgenommen hat, ein jedes mit dem Namen "Denis" unterzeichnet.

...

Bäumker bemerkt, dass „weder auf dem Titelblatte noch sonst im Buche der Name M. Denis vorkommt“. Dass Michael Denis aber nicht nur Herausgeber, sondern auch der Autor von zumindest 15 der 17 Lieder ist (auch von „Dies ist der Tag, von Gott gemacht“), steht für Bäumker zweifelsfrei fest. Er verweist dabei auch auf Ernst Xaver Turin, der bereits 1778 bis auf zwei ältere Gesänge alle Lieder von Michael Denis in seine „Sammlung geistlicher Lieder“ aufgenommen hat und jedes mit dem Namen „Denis“ unterzeichnet.

In dem Vorwort zu einem Liederbuch3 aus Prag, welches 1805, kurz nach dem Tod von Denis, veröffentlicht wurde, heißt es: „… der unsterbliche Veredler der Gedichte Ossians, der sel. Hr. Hofrath Denis zu Wien, unser Freund und Mitarbeiter an dieser Sammlung […] ungeachtet seine Bescheidenheit sich nicht dazu bekennen wollte, hat sie [die Lieder] in dem Anbetracht, daß er ehmals Vorsteher des Theresians war, selbst übersehen, und würdig gemacht, allda eingeführt zu werden, …“

Auch in weiteren Schriften wie z.B. in dem „Allgemeinen biographischen Lexikon alter und neuer geistlicher Liederdichter“ (Gottfried Lebrecht Richter, 1804)4 oder in dem „Biographischen Lexikon des Kaiserthums Oesterreich“ (Constantin von Wurzbach, 1858)5 wird Michael Denis als Verfasser aller Liedtexte seines Gesangbuches von 1774 genannt.6



2.2 Gesangbuch von Chrysanth Joseph Bierbaum

Lange Zeit war nicht bekannt, woher die Melodie des Lüdinghauser Weihnachtsliedes stammt. In Form und Stil entspricht die Melodie in etwa den Kirchenliedern, die um 1850 entstanden sind. Die Vermutung lag natürlich nahe, dass der damals populäre Text im späteren 19. Jahrhundert die Grundlage für eine Neuvertonung von einem Komponisten aus Lüdinghausen war.

Obwohl sich unter den zahlreichen vorhandenen Melodien eine Variante zumindest in Österreich, dem Herkunftsland des Textes, durchgesetzt hatte, haben einzelne Bistümer in Deutschland im Zuge der Neuerstellung von Gesangbüchern ganz eigene diözesane Kompositionen entwickelt.

Daher konzentrierte sich die weitere Melodiensuche auf ein Gesangbuch, welches Kaplan Chrysanth Joseph Bierbaum aus Bonn ab 1825 für die Erzdiözese Köln erstellt hat.7 Wahrscheinlich ist hier das Lied mit einer neuen Melodie bereits in der zweiten Auflage von 1826 erschienen.8

Bierbaum, der selbst auch als Komponist von Kirchenliedern tätig war (z.B. „Fest soll mein Taufbund immer stehn“, GL 847 / 848), gibt im Jahr 1852 in Bonn ein weiteres Melodienbuch zu seinem Gesangbuch heraus. Ein Exemplar des Buches steht heute im Gesangbucharchiv der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.9

Die hier abgedruckten Noten sind mit der Lüdinghauser Melodie identisch. Als Verfasser wird „W. Neuland“ genannt. Dabei handelt es sich um den Bonner Musiker und Komponisten Wilhelm Neuland (1806-1889).

Melodie des Lüdinghauser Weihnachtsliedes von Wilhelm Neuland
im „Katholischen Gesangbuch“, Bonn 1852.

Das Lied ist in einer dreistimmigen Fassung mit zusätzlichen Solmisationssilben zur Bezeichnung der Töne abgedruckt, die für eine leichtere Einübung des Liedes und die damalige Praxis des Musikunterrichts in den Schulen gedacht war.

Diese Melodie hat sich aber offenbar in der Erzdiözese Köln nur begrenzt durchgesetzt. Fast parallel zu dem erwähnten Gesangbuch erscheint 1844 der Text in einem Lieder- und Gebetbuch für die Mutter-Gottes-Bruderschaft in der Stiftskirche zu Aachen (damals Erzdiözese Köln) mit einer anderen Melodie.10 In dem „Kölnischen Gesangbuch, Sammlung katholischer Kirchenlieder“ von 1852 sowie in dem nachfolgenden diözesanen Gesangbuch vor 1887 ist das Weihnachtslied überhaupt nicht mehr vorhanden.

Leider bleiben noch einige Fragen offen: Denn wann bzw. wie das Lied mit der Kölner Melodie nach Lüdinghausen gekommen ist und warum es hier weiter als „Lüdinghauser Weihnachtslied“ gepflegt und gesungen wurde, ist nicht bekannt.

2.3 Lüdinghauser Variante

Aufgrund handschriftlicher oder mündlicher Überlieferung des Textes existieren in einigen Gesangbüchern des 19. Jahrhunderts geringe regionale Abweichungen und Umdichtungen. Für einen Vergleich der ursprünglichen Fassung mit der Lüdinghauser Textversion ist allerdings das Heranziehen einer möglichst frühen Quelle unabdingbar.

Eine der frühesten vorliegenden Sekundärquellen ist das Breslauer „Allgemeine und vollständige Catholische Gesangbuch“ von Ignaz Franz11 aus dem Jahr 1778.12 Der Text von Michael Denis ist also bereits vier Jahre nach Erstveröffentlichung im rund 400 km entfernten Breslau (heute Wrocław, Polen) in Schlesien zu finden.

Ignaz Franz: Allgemeines und vollständiges Catholisches Gesangbuch
Breslau, 1778

Eine weitere frühe Quelle mit dem gleichen Text ist das „Katholische Gesangbuch zum Gebrauch der Pfarrgemeinde ob der Laimgrube“, welches 1785 in Wien gedruckt wurde.13 Hier gibt es sogar einen Hinweis auf eine Melodie (s.u.).


Weynachtslied.

1. Dieß ist der Tag von Gott gemacht;
ich will mich herzlich freuen.
Auch mich hat heut der Herr bedacht;
ich will ihm Lieder weyhen.
Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß
heut allen Adamskindern sproß,
ist auch für mich geboren!
Vor seiner Krippe sink‘ ich dann,
und bethe meinen Heiland an,
in Wonne ganz verloren.

2. In meiner Bildung liegt er hier,
den keine Namen nennen.
O Gott! O Kind! geläng‘ es mir,
die Gutthat ganz zu kennen!
Du steigest von dem Thron herab,
den dir mit sich dein Vater gab,
um hier für mich zu leiden!
Du wählest, mir zu nützen heut‘
für Ueberfluß die Dürftigkeit,
den Stall für Himmelsfreuden.

3. Du weinst, mein Jesu! Sey gegrüßt,
o gnadenreiche Zähre!
Sey mir mit Ehrfurcht aufgeküßt,
o Tropfen aus dem Meere,
das einstens blutig strömen soll
für mein und aller Sünder Wohl!
Sey auch für mich geweinet!
Erwärme kalter Christen Herz,
das ihres Heiland ersten Schmerz
nicht zu empfinden scheinet.

4. Das meine soll dein Wohnplatz seyn,
Geliebtester aus allen!
Es soll, wie neugeschaffen, rein
von Engeltrieben wallen.
Komm aus der Krippe, komm zu mir!
Bring ächte Frömmigkeit mit Dir
und wahre Christensitten!
O noch nicht Richter, noch ein Kind!
Dieß macht mich hoffen, Kinder sind
ja leichter zu erbitten.

5. Du kehrest einst in Majestät,
vom Engelheer umringet,
wann diese Welt zu Trümmern geht,
der Staub aus Gräbern dringet.
Dann muß auch ich hin ins Gericht,
Allweiser! vor dein Angesicht,
mit Furcht und Angst durchdrungen.
O sprich dann: Ich erkenne dich;
du hast vor meiner Krippe mich
mit Inbrunst einst besungen.


Die fünf Strophen im Kölner Gesangbuch von 1830 bzw. 1852 (mit der in Lüdinghausen gesungenen Melodie) sind nahezu identisch mit dem Originaltext von 1774. Auch ein Vergleich mit der Lüdinghauser Textfassung zeigt, dass die Unterschiede hier nur sehr gering ausfallen. In Lüdinghausen sind allerdings nur die ersten beiden Strophen des Liedtextes bekannt.

Vor allem die erste Lüdinghauser Strophe unterscheidet sich nur leicht von der ursprünglichen Fassung (siehe Tabelle unten). Diese Varianten beruhen möglicherweise auf einer fehlerhaften mündlichen Überlieferung und sind so auch in einigen Gesangbüchern des 19. Jahrhunderts zu finden.

Auch die zweite Strophe entspricht weitestgehend der Originalfassung. Bemerkenswert ist hier aber, dass die kleinen Veränderungen in keiner weiteren Quelle auftreten.

 Textversion 1785Textversion Lüdinghausen 
1. Str. / 1Dies ist der Tag, von Gott gemachtDies ist der Tag, den Gott gemachtVariante ist auch in einigen Gesangbüchern des 19. Jahrhunderts zu finden
1. Str. / 8Vor seiner Krippe sink' ich dann,Vor seiner Krippe sing ich dann,Variante ist auch in einigen Gesangbüchern des 19. Jahrhunderts zu finden
2. Str. / 1In meiner Bildung liegt er hierIn seiner Bildung liegt er hiernur in Lüdinghausen
2. Str. / 5,6Du steigest von dem Thron herab,
den dir mit sich dein Vater gab,
Du stiegest von dem Himmelsthron,
Du Mensch geword’ner Gottessohn,
nur in Lüdinghausen
2. Str. / 7,8um hier für mich zu leiden.
Du wählest, mir zu nützen heut,
um hier für uns zu leiden.
Du wähltest, uns zum Nutzen heut,
nur in Lüdinghausen

Eine weitere Besonderheit in der Lüdinghauser Fassung ist die textliche und musikalische Wiederholung der jeweils letzten drei Verszeilen jeder Strophe. Weder in der Vorlage des Kölner Gesangbuchs noch in irgendeiner anderen Quelle ist diese Wiederholung vorgesehen. Daher kann man hier zumindest von einer „Lüdinghauser Variante“ sprechen.


3. Weitere Lied-Melodien

Ende des 18. Jahrhunderts fand ein großer Umbruch in der Kirchenmusik statt. Im Geist der Aufklärung wurden die alten (teilweise lateinischen) Gesänge umgedichtet bzw. abgeschafft und durch zeitgemäße Liedtexte ersetzt. Gegen den Widerstand der älteren Generation war die Verbreitung von neuen geeigneten Gesang- und Orgelbüchern gerade für jüngere Lehrer und Organisten notwendig geworden.

Die Folge war eine Flut an (meist privaten) Neuausgaben von Gebet- und Gesangbüchern. Bei neuen Liedtexten fehlte oft noch eine einheitliche Melodie. Generell sind zur Musik der Lieder ohnehin nur spärliche bis gar keine Angaben zu finden, da die Gesangbücher bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts i.d.R. nur die Texte (ohne Noten) enthielten.

Dennoch wurden mit der Neuerstellung von Gesangbüchern und den zugehörigen Choral- und Orgelbüchern zu dem Liedtext von 1774 schon bald mehrere neue Melodien geschaffen. Die meisten Versionen sind nur regional überliefert und gesungen wurden.

Wenn keine Neukomposition vorlag oder sich eine neue Melodie nicht durchsetzen konnte, wurde der Text zu bekannten (älteren) Melodien von anderen Liedern gesungen. In der Musikwelt spricht man von einer Kontrafaktur, bei der lediglich der Gesangstext eines bereits bestehenden Werks verändert wird, sodass ein neues Lied mit der gleichen Melodie oder gleichen Motiven entsteht.

Maßgeblich ist hierfür das passende Reimschema. In der Erstfassung des Textes im Jahr 1774 sowie in den meisten danach abgedruckten Textbüchern besteht jede Strophe aus zehn Verszeilen. Die ersten vier Zeilen bilden einen Kreuzreim (abab), die nachfolgenden sechs Zeilen einen Schweifreim (ccd eed).


3.1 Österreich-Ungarn

In vielen Gesangbüchern des frühen 19. Jahrhunderts wird zu unserem Text die Melodie des Liedes „Der Tag, der ist so freudenreich“ (Melodie: Medingen um 1320, Hohenfurt 1410, Wittenberg 1529) angegeben.14 Die Verwendung dieser altbekannten Melodie ist weit verbreitet und zieht sich zunächst über Österreich und Ungarn, ist aber auch für einzelne deutsche Bistümer belegbar.

Auch bei diesem Liedtext handelt es sich um ein Weihnachtslied (deutsche Übersetzung aus dem 15. Jahrhundert nach dem lateinischen „Dies est laetitia“ um 1320). Möglicherweise war neben dem gleichen Versmaß auch die textliche und inhaltliche Nähe zu „Dies ist der Tag, von Gott gemacht“ für die Verwendung der Melodie ausschlaggebend.

Orgelsatz aus Choralbuch, 1785

aus: Neues vollständiges Choralbuch zum Gebrauch bey dem Gottesdienste.
Johann Joseph Klein, Rudolstadt, 1785

Das Choralbuch enthält ein Melodienregister, unterteilt in „Melodie-Normen“ und zugehörige „Lieder“. Nur für die Norm-Melodien wird ein zugehöriger Satz abgedruckt:

Übertragung:

Übertragung aus dem Choralbuch (Instrumental-Version)

Der Tag, der ist so freudenreich (Instrumental-Version)

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird diese Melodie durch zeitgemäße Ausschmückungen und regionale Verzierungen vor allem im Raum Wien leicht verändert. Der Verlauf der Melodie ist nun in einigen Schulgesangbüchern, die oft als Ergänzung zu Diözesangesangbüchern angelegt wurden, mit Noten abgedruckt.

Einen besonderen Einblick gibt das 1851 in Wien veröffentlichte Schulgesangbuch „Volksweisen deutscher Kirchenlieder“ von Karl Pichler.15 Hier wird zu dem Text eine Fassung für zweistimmigen Gesang und Orgelbegleitung angeboten.

Die einstimmige Fassung findet sich in dem Gesangbuch für das Wiener Knabenseminar (später in Hollabrunn/Niederösterreich) von 1876.16

aus: Katholisches Gebet- und Gesangbuch zum Privatgebrauche
für die Zöglinge des Wiener f. e. Knaben-Seminars. Wien, 1876
Dies ist der Tag, den Gott gemacht (Knabenseminar Wien)
Instrumental-Version, Satz: Th. Kleinhenz

Das Lied war mit dieser Melodie noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein ein populäres Weihnachtslied, vor allem in Niederösterreich, in der Steiermark und bei den Donauschwaben (deutschstämmiges Ungarn, Kroatien, Serbien und Rumänien).

Aufgeschriebene Kindheitserinnerungen aus dem Weinviertel bei Wien aus dem Jahr 1955 sprechen von dem in der Weihnachtsmesse „von der Gemeinde inbrünstig gesungenen Lied ‚Dies ist der Tag, von Gott gemacht'“.17

Dass das Lied aktuell auch heute noch bekannt ist und gesungen wird, zeigt u.a. die Veröffentlichung in einer Weihnachtsliedersammlung „Melodien zur Weihnacht“ aus dem Jahr 2005 in Wien (mit 4 Strophen)18 sowie in dem „Katholischen Gesangbuch der Donauschwaben“ aus dem Jahr 2011 in München (mit 3 Strophen)19.


3.2 Südosteuropa / Donauschwaben

In einer geschichtlichen Dokumentation aus Ruma (heute Рума, Serbien), die auch das kirchliche Leben vor 1945 beschreibt, wird sehr detailliert von den beiden Liedern „Dies ist der Tag, von Gott gemacht“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ in der Christmette am Heiligen Abend berichtet.20

Rumaer Dokumentation 1745-1945

Auszug aus: 

Franz Wilhelm: Rumaer Dokumentation 1745-1945. Stuttgart 1990. (S. 294f.)


 

[…]

Um 24 Uhr läuteten alle Glocken vom Kirchturm die Mitternachtsmesse ein. Die Messe wurde von drei Priestern zelebriert. Vor beiden Seiten des Hauptaltars standen die Weihnachtsbäume mit den brennenden Kerzen. Am Seitenaltar, der dem hl. Nepomuk gewidmet war, stand die große Krippe mit den vielen Figuren (eine Stiftung der Familie Eduard Herzeg). Unter den Klängen der Orgel sang die Gemeinde die Weihnachtslieder aus dem Rumaer Kirchenliederbuch "Sursum corda - Aufwärts die Herzen!", zusammengestellt und bearbeitet von Ferdinand Kristl, Kantor.

Zuerst wurde folgendes Lied gesungen:

Dies ist der Tag, von Gott gemacht,
ich will mich herzlich freuen;
Auch mich hat heut' der Herr bedacht,
ich will ihm Lieder weihen.
Das Heil, das aus der Jungfrau Schoß,
heut' allen Adamskindern sproß,
ist auch für mich geboren.
Vor seiner Krippe sing' ich dann,
und bete meinen Heiland an,
in Wonne ganz verloren.

In meiner Bildung liegt es hier,
den keine Namen nennen.
O Gott! O Kind! Geläng' es mir,
die Guttat ganz zu kennen!
Du steigest von dem Thron herab,
den Dir mit sich Dein Vater gab,
um hier für mich zu leiden.
Du wähltest, mir zu nützen heut'
für Überfluß die Dürftigkeit,
den Stall für Himmelsfreuden.

Melodie vom Breslauer Gesangbuch

Als Höhepunkt in der Christmette ertönte "Stille Nacht, heilige Nacht". Nach der Messe traf man vor der Kirche viele Bekannte und wünschte sich gegenseitig gesegnete Weihnachten.

[…]

Die Erwähnung des „Breslauer Gesangbuchs“ verdeutlicht die durch die Donau ermöglichten wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den Donauschwaben und Schlesien. Allerdings unterscheidet sich der Text in dem ab 1850 herausgegebenen Breslauer Gesangbuch von Moritz Brosig“ (siehe 3.6) sowohl textlich als auch im Versmaß von den oben zitierten Strophen.

Möglicherweise handelt es sich bei der Rumaer Version daher um eine ältere Melodie. Leider ist das erwähnte „Rumaer Kirchenliederbuch“ nicht mehr vorhanden und noch lebende Personen bzw. nachfolgende Generationen haben heute keine Erinnerung mehr an diese Zeit.

Neben „Der Tag, der ist so freudenreich“ (siehe 3.1) waren in einzelnen Regionen der Donauschwaben noch zwei weitere Melodievarianten bekannt.


3.3 Tirol

Bereits vor dem Erstdruck des Liedtextes von Denis sind zwar in Innsbruck einige Gesangbücher erschienen, später jedoch nicht mehr. Möglicherweise hat man aufgrund der wechselvollen Geschichte Tirols dann auf benachbarte Bücher aus Wien oder Bayern zurückgegriffen.

Erst 1882 erscheinen in Brixen die „Kath. Kirchen-Gesänge“. Das erste „Brixner Diözesangesangbuch“ gibt es in Tirol erst seit 1903. Aber sowohl hier als auch in dem 1926 erschienenen Gesangbuch für die neu gegründete Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch ist das Lied „Dies ist der Tag, von Gott gemacht“ nicht vorhanden.

Dennoch ist es durchaus möglich, dass die Kirchensinger, die im Alpenraum die Gottesdienste mit deutschen Liedern gestalteten, dieses Lied gesungen haben.21 Diese Vermutung legen zwei Handschriften mit dem Liedtext nahe, die im Tiroler Volksliedarchiv bzw. in der Bibliothek des Tiroler Landesmuseums Innsbruck verwahrt werden.

Eine der Quellen stammt von einem Liederbuch aus Welschnofen (Südtirol) aus dem Jahr 1822. Hier ist nur die erste Textstrophe, ohne Melodie verzeichnet.22 Dagegen finden sich alle fünf Strophen einschließlich einer eigenen Melodie in einer anderen Quelle aus dem Jahr 1831. Die Handschrift trägt den Titel „Altes Weihnachtslied“ und stammt aus Leutasch in Tirol. Das Lied wurde 1911 bei dem dortigen Pfarrer Jakob Schreier von Josef Weber aus Schwaz gefunden und aufgezeichnet.23

Die Melodie ist dem Lied „Ihr Freunde Gottes allzugleich“ (nach Michael Vehe 1537 und Innsbruck 1588, GL 542) sehr ähnlich:


3.4 Diözese Fulda

In Deutschland existieren neben der Lüdinghauser Melodie noch weitere regionale Melodien, die zumeist im Zuge der Erstellung von diözesanen Gesangbüchern neu komponiert wurden.

So findet sich eine ganz eigene Melodie im Gesangbuch „Der nach dem Sinne der katholischen Kirche singende Christ“, das 1778 als erstes katholisches Gesangbuch in Deutschland für das Bistum Fulda erschienen ist. Herausgeber und größtenteils auch Komponist war Pater Augustin Erthel OSB (1714-1796). Mit zahlreichen Auflagen wurde sein Gesangbuch jeweils durch wechselnde Anhänge erweitert und bis 1890 nahezu unverändert genutzt.

In den vorhandenen (Gesangbuch-)Quellen von 183024 und 1834 (20. und 22. Auflage) ist das Lied „Dieß ist der Tag, den Gott gemacht“ unter der Nummer 57 zu finden. Wahrscheinlich ist das Lied aber auch schon in der zweiten Auflage von 1781 vorhanden.

Der nach dem Sinne der katholischen Kirche singende Christ
Fulda 1834, 22. Auflage

Die Melodien (mit Generalbass) wurden ab der Ausgabe von 1804 aus Platzgründen weggelassen und durch Angabe von Nummern ersetzt. Diese beziehen sich auf das im gleichen Jahr erschienene „Vierstimmige Choral-Melodien-Buch“ des Fuldaer Stadt- und Domkantors Michael Henkel (1780-1851).

Zu unserem Liedtext (Nr. 57) wird im Gesangbuch von 1834 zunächst die Melodie-Nr. 27 (eigene Melodie) angegeben:

Choralbuch von 1804 (Übertragung: Thorsten Pirkl)
Edition Musica Fuldensis 2014
Dies ist der Tag, von Gott gemacht (Satz: Michael Henkel, 1804)
Melodie Nr. 27

Als Alternative ist die Melodie-Nr. 87 (bzw. später Nr. 78, Melodie des Liedes „Jerusalem, du Himmelsstadt“) als Kontrafaktur vermerkt. In der Neuauflage des Choralbuches von 1846, die von Michael Henkel umfassend überarbeitet wurde, ist nur noch diese Melodie abgedruckt. Offenbar hat sich die erste Melodie (Nr. 27) nicht durchgesetzt.

Choralbuch von 1846 (Übertragung: Thorsten Pirkl)
Edition Musica Fuldensis 2014
Dies ist der Tag, von Gott gemacht (Satz: Michael Henkel, 1846)
Melodie Nr. 78

3.5 Erzdiözese Paderborn

Auch in der Erzdiözese Paderborn ist der Liedtext von Michael Denis schon früh bekannt. Gleich mehrere unterschiedliche Melodien zeugen hier von einem lebendigen Austausch und dem Ringen nach der besten musikalischen Version.

1796 gibt Joseph Tillmann, Pfarrer in Erkeln, ein Gesang- und Gebetbuch mit dem Weihnachtstext heraus.25 Der Text wurde zunächst auf die bekannte Melodie zu „Ein Kindelein so löbiglich“ (2. Strophe von „Der Tag, der ist so freudenreich“, siehe 3.1) gesungen.

Wenige Jahre später, im Jahr 1804, veröffentlicht Melchior Ludolph Herold, Pfarrer in Hoinkhausen, ein bedeutendes Gesangbuch „Der heilige Gesang“, besser bekannt als das „Heroldsche Gesangbuch“.26

Auch hier findet sich der Text von Michael Denis, allerdings unterscheiden sich die drei Strophen (siehe Bild rechts) vor allem in den Folgestrophen deutlich von dem Originaltext von 1774. Das Lied wurde jetzt nach der hl. Wandlung (nach den Einsetzungsworten) bzw. „zum Opfermahl“ gesungen. Die zugehörigen Noten veröffentlicht Herold 1808 in einem ergänzenden Melodienbuch:

Alternativ schlägt Herold auch zwei Melodien zu „Der Tag ist groß und freudenreich“ vor, davon als Nr. 32B die „alte“ Melodie (siehe 3.1) sowie eine weitere neue Melodie als Nr. 32A:

1836 erstellt der Kirchenmusiker und Lehrer Hermann Ignaz Knievel (1786-1840) aus Lippstadt eine neue Melodie zu dem Liedtext. In seinem Choralbuch von 1840/1843, bei welchem die Melodien „zum Schulgebrauche“ in Notenziffern übertragen wurden, findet sich diese Melodie:

Choralbuch Knievel, 1843 – Ziffernnotation

Das „Herold’sche Gesangbuch“ war auch in einigen Pfarreien in der benachbarten Diözese Münster im Gebrauch. Mit bischöflicher Approbation aus Paderborn und Münster veröffentlicht der aus Ahlen stammende Organist Johann Martin Roeren (ein Schüler von Hermann Ignaz Knievel) in den 1843 in Essen gedruckten „Choralmelodien zum Herold’schen katholischen Gesangbuche“ eine weitere Melodie.

Sie wurde sowohl zum Text von „Der Tag ist groß und freudenreich“ (Nr. 32) als auch von „Dieß ist der Tag, von Gott gemacht“ (Nr. 42) gesungen:

Im Jahr 1874 wurde mit der Einführung des Paderborner Diözesan-Gesangbuchs „Sursum corda!“, welches dann bis 1948 bzw. in veränderter Form bis 1975 in Gebrauch war, die bisherige Melodie durch eine neue Melodie ersetzt.27 Der Herausgeber und Komponist der meisten Lieder war Pfarrer Ferdinand Wacker (1834-1911) aus Wünnenberg.

Dies ist der Tag von Gott gemacht (Satz: Wilhelm Schrage)
Orgelbuch zum „Sursum corda“. Paderborn, 1904
Ziffern-Notation (1887) und Orgelbuch (1904)

Notenausgaben zum "Sursum corda!", Paderborn


Ziffern-Notation (Nr. 65 [56])
in F-Dur



Satz aus dem Orgelbuch (Nr. 65)
mit zwei Intonationen

Vor allem in der älteren Generation sind Melodie und Text auch heute noch gut bekannt. Aufgrund des deutlichen Textunterschiedes und der unterschiedlichen Melodien ist aber eine musikalische oder textliche Verbindung der Paderborner Version zum Lüdinghauser Weihnachtslied aufgrund der geographischen Nähe eher unwahrscheinlich.

3.6 Schlesien und Böhmen

Eine der ersten vorhandenen Quellen des Textes von Michael Denis ist das „Allgemeine und vollständige catholische Gesangbuch“ von Ignaz Franz. Der schlesische Priester und Rektor des Priesterseminars in Breslau ist heute vor allem als Kirchenlieddichter von „Großer Gott, wir loben dich“ (GL 380) bekannt.

Bemerkenswert ist, dass Ignaz Franz sein Gesangbuch bereits 1768 herausgeben wollte. Einzelne Teile davon wurden sogar schon gedruckt. Die Suche nach weiteren geeigneten Liedern im Geist der Aufklärung verzögerte die Fertigstellung um zehn Jahre, so dass letztlich auch mehrere Texte von Michael Denis in der ersten Auflage von 1778 (als zweiter Anhang) erscheinen konnten.

Im zugehörigen Choralbuch aus dem gleichen Jahr wird zu diesen neuen Liedern allerdings noch keine Melodie angegeben. Erst in der zweiten Auflage des Melodienbuchs von 1784 ist laut Joseph Gotzen folgender Melodieanfang zu finden:28

Quelle: Kartothek von Joseph Gotzen (angefertigt 1899-1952)
Johannes -Gutenberg-Universität Mainz, Gesangbucharchiv

In einigen Gesangbüchern des 19. Jahrhunderts, vorrangig in Schlesien und Böhmen, wird der Text der ursprünglich 10-zeiligen Strophen jeweils um die letzten drei Zeilen gekürzt. Der Schweifreim (s.o.) fällt dadurch weg. Darüber hinaus gibt es auch kleine textliche Umdichtungen.

Eine führende Stellung nimmt hier die Fassung in dem weit verbreiteten Gesangbuch des Breslauer Domkapellmeisters Mortiz Brosig von 1850/1861 ein:29


aus: Moritz Brosig’s Gesangbuch für den katholischen Gottesdienst
Verlag Leuckart, 1861, 2. Auflage

Dem zufolge wurde dieser Text auf eine andere Melodie mit einem 7-zeiligen Liedschema gesungen.

Über dem Liedtext wird die Melodie Nr. 78 aus einem zugehörigen Notenbuch angegeben, welches leider nicht vorliegt. Die gleiche Nummer steht in diesem Gesangbuch aber auch bei weiteren Liedern:

  • Nr. 121: Ihr Auserwählten unsers Herrn
  • Nr. 140: Erloschen ist der Sonne Pracht
  • Nr. 197: Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht (GL 463, heutige Melodie von Peter Sohren, 1668)
  • Nr. 215: Erbarm‘ dich meiner, Gott, in Huld

Andere Gesangbücher aus der Zeit legen dar, dass die Melodie-Norm30 dieser Lieder auf das Lied „Es ist das Heil uns kommen her“ (Paul Speratus, 1524), bzw. auch „Sey Lob und Ehr dem höchsten Gut“ zurück geht.

Orgelsatz aus Choralbuch, 1785

aus: Neues vollständiges Choralbuch zum Gebrauch bey dem Gottesdienste.
Johann Joseph Klein, Rudolstadt, 1785

Das Choralbuch enthält ein Melodienregister, unterteilt in „Melodie-Normen“ und zugehörige „Lieder“. Nur für die Norm-Melodien wird ein zugehöriger Satz abgedruckt:

Übertragung:

Übertragung aus dem Choralbuch (Instrumental-Version)

 

Es ist das Heil uns kommen her (Instrumental-Version)

Diese Melodie ist um 1390/1410 in Mainz entstanden und hat über die Jahrhunderte hinweg große Verbreitung gefunden. Auch heute noch wird die Melodie mit teils neueren Texten (siehe z.B. GL 334: O Licht der wunderbaren Nacht“ oder GL 783, Münster: „Nun freue dich, du Christenheit“) gesungen.

Ungewöhnlich ist die 7-zeilige Breslauer Textfassung in dem Gesangbuch „Engelsharfe“ aus Passau, denn im gleichen Zeitraum existieren bereits mehrere Gesangbuchausgaben in Süddeutschland, u.a. auch in Passau selbst, mit der 10-zeiligen ursprünglichen Textversion. Der Herausgeber Pfarrer Georg Brenner aus Schöllnach bei Passau, der 1866 auch ein Orgelbuch zu seinem Gesangbuch verfasst („weil ein Gesangbuch ohne Singweisen einem Clavier ohne Saiten gleicht„)31, bezieht sich dabei im Vorwort ausdrücklich u.a. auf das Breslauer Gesangbuch von Moritz Brosig.

Pfarrer Brenner schlägt hier neben der Melodie „Es ist das Heil uns kommen her“ alternativ auch noch eine weitere Melodie von Peter Sohren von 1668 als Kontrafaktur vor. Zu dieser Melodie, die ursprünglich zu „Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ“ komponiert wurde, gab und gibt es auch heute noch zahlreiche gesungene Liedtexte:

  • Bis hierher hat mich Gott gebracht
  • Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht (GL 463)
  • Der Geist des Herrn erfüllt das All (GL 785, Münster)
  • Sankt Liudger, du Schutzpatron (GL 876, Münster)
Melodie von Peter Sohren, 1668
aus: Melodienbuch zur „Engelsharfe“, 1866, Satz: Pfr. Georg Brenner

Nach einer Zeitungsnotiz aus dem Namslauer Stadtblatt (Schlesien, heute Namysłów, Polen) vom 29. Dezember 1891 (Nr. 101) eröffnete der Männergesangsverein „Concordia“ am ersten Weihnachtstag eine Bescherungsfeier für Bedürftige mit dem Lied „Dies ist der Tag von Gott gemacht“.


3.7 Kartothek von Joseph Gotzen

Der Liedforscher und Bibliothekar Joseph Gotzen32 hat 1899-1952 als Lebenswerk einen Kirchenliedkatalog mit Fundortnachweisen für Texte und Melodien erstellt, der als sogenannte „Gotzen-Kartothek“ rund 77.000 handgeschriebene, postkartengroße Karteikarten enthält. Der nur als Unikat existierende Papierkatalog war lange Zeit nicht zugänglich und ist heute im Besitz der Universitätsbibliothek Köln.

Joseph-Gotzen-Kartothek: Vermerk der Lüdinghauser Melodie
aus Köln/Bonn (Chr. J. Bierbaum) mit Melodie-Incipit

Zu dem Liedtext „Dies ist der Tag, von Gott gemacht“ notiert Joseph Gotzen auf insgesamt drei Karteikarten neben den bereits erwähnten Melodien und Gesangbüchern noch weitere Quellen und Melodie-Incipits (ins Notenalphabet transkribiert):


In einem Liederbuch für die Kaiserlich-Königliche Normalschule in Prag ist der Liedtext ab 1805 mit fünf Strophen vorhanden.33 Auch hier werden nur sieben Zeilen je Strophe angegeben. Die Melodie (in einer Moll-Tonart) beginnt folgendermaßen:


In der Diözese Mainz wird der Liedtext bereits 1778 in dem Gesangbuch von Ernst Xaver Turin veröffentlicht. Um 1813 wird in einem weiteren Gesangbuch die Melodie aus dem Heroldschen Gesangbuch aus Paderborn entnommen (siehe 3.4).

Eine neue Melodie komponiert 1832 der Priester und Kirchenmusiker Franz Xaver Ludwig Hartig (1782-1861), der auch Autor der ersten Orgelbücher für die Diözesen Mainz und Limburg ist. In seiner Sammlung „Siona“ verbreitet sich der Text mit dieser Melodie:34


Joseph Gotzen hat in seiner Kartothek noch weitere Melodien vermerkt:

  • 1850 Krefeld
  • 1878 Salzburg
  • 1891 Korneuburg (Johann Niernberger)
  • 1895 Prag (Kopp, 7-zeilig)

4. Freie Kompositionen

Der Text von Michael Denis wurde im 19. Jahrhundert nicht nur als Kirchenlied in einer Gemeinde gesungen. Offenbar wurden Komponisten und Musiker bereits wenige Jahre nach seiner Entstehung von dem Text inspiriert und zu kunstvollen Kompositionen angeregt.

So entstanden musikalische Werke, die mit solistischem oder instrumentalem Vortrag, aber auch mit großen Besetzungen für gemischten Chor und Orchester sowohl im Gottesdienst als auch im Konzert Verwendung finden konnten. Nachfolgend eine Auswahl:


Der Komponist, Organist und Musikpädagoge Simon Sechter (1788-1867) aus Wien schuf 1835 zwei Fugen (Orig.: „Kirchenlied mit kontrapunktischen Folgerungen für Orgel oder Pianoforte“, op. 50 / 7 und 8) über „Dies ist der Tag, von Gott gemacht“ mit Melodiemotiven von „Der Tag, der ist so freudenreich“.

aus: Pastoralmusik für Orgel aus dem 19. Jahrhundert.
Carus-Verlag 91.054 / Musikverlag Coppenrath

Der Pfarrmusiker und Organist von Hall in Tirol, Joseph Alois Holzmann (1762-1815) vertont den Text um 1810 neu als „Arie auf die Geburt Jesu Christi“. Das Werk ist als Strophenlied in der Besetzung für zwei Soprane, Bass (Soli und Chor) und Orgel angelegt.35

Joseph Holzmann: Aria auf die Geburt Jesu Christi (Franz Gratl)

Joseph Alois Holzmann
(1762-1815)

Dies ist der Tag von Gott gemacht, G-Dur, 2/4
Aria auf die Geburt Jesu Christi
(Download der Noten)

Besetzung: S 1, 2, B (Soli und Chor), org
Quelle: A ST (alte Signatur F I 51, RISM Westösterreich-Datenbank Titel-Nr. 650.002.375)

Im Auftrag des Instituts für Tiroler Musikforschung
ediert von Franz Gratl 2004


Zur Quelle
Zum Werk
Zur Biographie Joseph Alois Holzmanns


 

Joseph Alois Holzmann: Arie auf die Geburt Jesu Christi
(Musikedition Tirol / Institut für Tiroler Musikforschung 2004)

Die Originalnoten liegen heute im Musikarchiv der Zisterzienserabtei Stift Stams in Tirol. Eine Mitschnitt des Werkes aus dem Tiroler Weihnachtskonzert 2018 (musikland-tirol.at) ist hier zu hören.


Ein festliches Orchester verwendet der Mariazeller Komponist Joseph Widerhofer (1786-1857) in seiner Komposition zu „Dies ist der Tag, von Gott gemacht“. Der vierstimmige Chor wird begleitet von vier Clarinen (Trompeten), Pauken, Orgel und Violone (Cello). Das Werk ist als Weihnachtslied zur Predigt datiert mit „Del Giuseppe Widerhofer mp . / Org. [1]811“.36

Joseph Widerhofer: Weihnachtslied zur Predigt
(A. Kollbacher: Musikpflege in Mariazell, 1995)

Im Notenarchiv der Pfarrei St. Zeno in Hafnerbach (Diözese St. Pölten) findet sich eine weitere Quelle (Incertus Nr. 388) zu „Dies ist der Tag von Gott gemacht – Predigtlied am Feste der Geburt Jesu Christi“. Als Anmerkung steht „Josef Werner, 22. Dez. 1840“ sowie die musikalische Besetzung mit Chor und großem Orchester (S,A,T,B, 2V,2Ob,2Hr,Org). Josef Werner war Schullehrer in Hafnerbach im Bezirk St. Pölten.

Ein vorhandenes Melodieschnipsel der Violinbegleitung lässt leider nur wenige Rückschlüsse auf das Werk (Aria) zu: G-Dur, 6/8-Takt, Andantino.

Fragment, Diözesanarchiv St. Pölten

Die Aufarbeitung der handschriftlichen Noten steht noch aus und erfolgt demnächst.


In der Ausgabe der katholischen Tageszeitung „Neue Tiroler Stimmen“ vom 6. Dezember 1876 wird in einer Anzeige u.a. neue weihnachtliche Kirchenmusik des Nittenauer Kirchenkomponisten Johann Bartholomäus Schottenhammel (1825-1879) beworben. Darunter befindet sich (als Opus 20) das „Weihnachtslied ‚Dies ist der Tag von Gott gemacht‘, für 3 oder 4 Singstimmen mit Streich-Quartett und 2 Hörner nebst ausgesetzter Orgelstimme“.

aus: Neue Tiroler Stimmen, Nr. 280, 6. Dezember 1876

5. Verbreitung des Liedes im 19. Jahrhundert

Der Versuch, die auffindbaren und vorhandenen Quellen nach ihrem Erscheinungsort in einer Landkarte zu dokumentieren, muss zwangsläufig unvollständig bleiben. Dennoch zeigt er sehr deutlich, dass die Verbreitung des Liedes in der Habsburger Monarchie des 19. Jahrhunderts vor allem durch die Josephinischen Reformen (1783) und die Geisteshaltung der Aufklärung stark beeinflusst wurde.

Die Verbindung der deutschsprachigen Gruppen in dem Vielvölkerstaat erfolgte größtenteils über die Donau. Der Fluss verband Österreich und Böhmen mit den Donauschwaben (deutschstämmiges Ungarn, Kroatien, Serbien und Rumänien) und gab ihnen die Möglichkeit, Waren zu verschiffen und Informationen auszutauschen. Der rege Handel wurde durch die aufkommenden Dampfschiffe noch verstärkt.

Verbreitung von „Dies ist der Tag, von Gott gemacht“

Das Lied wurde nahezu unverändert (gelbe Punkte) in fast allen deutschsprachigen Gebieten gesungen. Die Textkürzung der Liedstrophen auf sieben Zeilen (grüne Punkte) erfolgte hauptsächlich im schlesisch-böhmischen Raum. Auffällig ist, dass in Kärnten und vor allem im Musikland Tirol, abgesehen von einer lokalen Eigenkomposition (blaue Punkte) aus Hall in Tirol, der Liedtext offenbar kaum bekannt war.

Die Verbreitung des Liedes in Deutschland konzentriert sich zunächst auf die an der Donau flussaufwärts gelegenen Regionen im südlichen Bayern bis nach Würzburg.

Im angrenzenden Fulda ist der Text schon früh mit einer eigenen Melodie vertont worden. Diese Melodie hat sich aber nicht durchgesetzt. Der Text wurde dann zu einer bekannten Melodie (Kontrafaktur) gesungen.

Außergewöhnlich aufgrund der räumlichen Entfernung sind zwei Bücher, die in der Erzdiözese Köln erschienen sind.37 Ähnlich verhält es sich mit der Paderborner Fassung, die aber bereits 1804 umgedichtet wurde und sich vor allem in den Folgestrophen von dem Original unterscheidet.

Vielleicht liegt gerade in der im Vergleich größten Entfernung zur Ursprungsstadt Wien der Grund, weshalb nach wie vor unklar ist, auf welchen Pfaden der Text nach Lüdinghausen gelangt ist. Eine Veröffentlichung in einem regionalen oder diözesanen Gesangbuch in Lüdinghausen ist nie erfolgt. Aber auch das macht das Lüdinghauser Weihnachtslied zu etwas Besonderem.


Ähnlich dem Lüdinghauser Weihnachtslied beginnt auch ein Lied, welches der Dichter Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) vor 1755 schuf, mit dieser Textzeile. Der Dichter unterlegte seinem Lied die Melodie „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ von Martin Luther.

Thomas Kleinhenz


Fußnoten

  1. Michael Denis: Geistliche Lieder z. Gebrauch der hohen Metropolitankirche b. St. Stephan in Wien und d. ganzen Wiener Erzbistums. Wien, 1774.
  2. Bäumker, Wilhelm: Das katholische deutsche Kirchenlied in seinen Singweisen. Freiburg, 1891. S. 88ff.
  3. Lieder zur öffentlichen und häuslichen Andacht, mit Melodien von den besten größtentheils vaterländischen Meistern. Kaiserlich-Königliche Normalschule in Prag, 1805, 5. erweiterte Auflage
  4. Richter, Gottfried Lebrecht: Allgemeines biographisches Lexikon alter und neuer geistlicher Liederdichter. Leipzig, 1804. Seite 51
  5. Wurzbach, Constantin von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Wien, 1858. 3. Band, S. 240
  6. siehe auch: Gothaische gelehrte Zeitungen, Nr. 36 vom 21. Mai 1774. (zum Link)
  7. Bierbaum, Chrysanth Joseph: Römischkatholisches Gesangbuch. Mit Gutheissung des Hochwürdigen Erzbischoflichen General-Vikariats in Cöln. Köln, 1826/1830 (2./3. Auflage)
  8. vgl. Kartothek von Joseph Gotzen (siehe 3.7)
  9. Bierbaum, Chrysanth Joseph: Katholisches Gesangbuch mit Melodien und Harmonien und einer Vorschule des Gesanges. Bonn, 1852
  10. Gebete und Kirchenlieder zum Gebrauche der Mutter-Gottes-Bruderschaft in der Stiftskirche zu Aachen. Aachen, 1844
  11. Ignaz Franz (1719-1790), Priester, Theologe und Kirchenlieddichter. Er ist der Dichter des Kirchenliedes „Großer Gott, wir loben dich“.
  12. Ignaz Franz: Allgemeines und vollständiges Catholisches Gesangbuch, worin neue geistliche Lieder zu finden sind. Breslau, 1778
  13. Schmidt, Matthias Andreas: Katholisches Gesangbuch zum Gebrauch der Pfarrgemeinde ob der Laimgrube. Wien, 1785. Seiten 20-22
  14. Vereinzelt wird auch die Melodie „Ein Kindelein so löbiglich“ angegeben. Dabei handelt es sich um die zweite Strophe des Liedes „Der Tag, der ist so freudenreich“, die oft auch als eigenständiges Lied veröffentlich wurde.
  15. Karl Pichler: Volksweisen deutscher Kirchenlieder zum Schulunterrichte: für den zweistimmigen Gesang mit vollständiger Orgelbegleitung. Wien, 1851.
  16. Katholisches Gebet- und Gesangbuch zum Privatgebrauche für die Zöglinge des Wiener f. e. Knaben-Seminars. Wien, Eigenverlag des Knabenseminars, 1876. zur Ansicht
  17. Elisabeth Schöffl-Pöll: Weihnachten im Weinviertel. Sutton-Verlag, Erfurt, 2013, S. 73
  18. Melodien zur Weihnacht. Die schönsten Advent-, Weihnachts-, Sylvester- und Neujahrslieder (Bearbeitung: u.a. Herbert Seifner). Musikverlag Josef Weinberger, Frankfurt, 2005
  19. Metz, Franz: Katholisches Gesangbuch der Donauschwaben. München, 2011
  20. Rumaer Dokumentation 1745-1945. Stuttgart 1990. http://www.hog-ruma.de
  21. Als „Kirchensinger“ werden kleine Gruppen von meist fünf bis zwölf Sängern bezeichnet, die lange Zeit hindurch Träger des geistlichen Liedgutes abseits der Städte waren. Die Gruppe wurde von einem „Kantor“ geführt, der die aus der mündlichen Tradition übernommenen Melodien anstimmte. Noten gab es nur ganz vereinzelt, weil kaum ein Sänger Noten lesen konnte.
  22. Tiroler Landesmuseum Innsbruck. (A 2951, o. Orig.Sign.)
  23. Tiroler Landesmuseum Innsbruck. (A 7236, Orig.abschrift: 45IIa1,1)
  24. Forschungsstelle für fränkische Volksmusik, Uffenheim. https://volksmusik-forschung.de/datenbank/lied.html?id=163757
  25. Tillmann, Joseph: Katholisches Gesangbuch nach den alten und bekannten Melodien. Paderborn, 1796.
  26. Melchior Ludolph Herold: Der heilige Gesang oder vollständiges Katholisches Gesangbuch für den öffentlichen Gottesdienst und die häusliche Andacht. Hoinkhausen, 1804.
  27. Sursum corda!. Katholisches Gesang- und Gebetbuch für die Diözese Paderborn. Paderborn, 1874-1948.
  28. Die „Gotzen-Kartothek“ ist ein handgeschriebener, rund 55.000 postkartengroße Karteikarten umfassender Kirchenliedkatalog mit Fundortnachweisen für Texte und Melodien. Es ist das Lebenswerk des Bibliothekars Joseph Gotzen (angefertigt 1899-1952). Dabei handelt es sich um einen nur als Unikat existierenden Papierkatalog. Eigentümer ist die Universitätsbibliothek Köln.
  29. Moritz Brosig’s Gesangbuch für den katholischen Gottesdienst. Leuckart, 1861, 2. Auflage
  30. Johann Joseph Klein unterscheidet in seinem Choralbuch zwischen der Melodie-Norm eines bekannten Liedes und weiteren dazu gesungenen Liedtexten. (Johann Joseph Klein: Neues vollständiges Choralbuch zum Gebrauch bey dem Gottesdienste. Rudolstadt, 1785)
  31. Engelsharfe. Katholisches Gebet- und Gesangbuch, besonders für alle Verehrer der seligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria. Passau, 1866
  32. Joseph Gotzen (1875-1956) war Bibliothekar der Universitätsbibliothek Köln. Er gab das von Wilhelm Bäumker erstellte Standardwerk „Das katholische deutsche Kirchenlied in seinen Singweisen“ nach dessen Tod heraus.
  33. Lieder zur öffentlichen und häuslichen Andacht, mit Melodien von den besten größtentheils vaterländischen Meistern. Prag, 1805
  34. Hartig, Franz Xaver Ludwig: Siona, Sammlung katholischer Hymnen, Antiphonen und Choralmelodien. Eltville, 1832. Hartig ist auch der Autor des Liedes „O Jesu, all mein Leben bist du“ (GL 377)
  35. Quelle: https://www.musikland-tirol.at/html/html/musikedition/komponisten/ holzmann/dertag/index.html, abgerufen am 1. Februar 2019.
  36. Adolf Kollbacher: Musikpflege in Mariazell, drei Generationen der Komponistenfamilie Widerhofer, 1756 bis 1876. Wien, 1995
  37. Eines der beiden Bücher wurde von Chrysanth Joseph Bierbaum um 1830 herausgegeben. Er war Kaplan an St. Remigius in Bonn, spielte Klavier, Orgel und Harfe. Er ist der Komponist des Liedes „Fest soll mein Taufbund immer stehen“.

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