Lustiges und Kurioses


Krach ümt Gloria

Der Lüdinghauser Heimatdichter Josef Richter hat eine nette Geschichte über die Orgel in St. Felizitas aufgeschrieben. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, ist nicht sicher, aber durchaus denkbar. Die Geschichte ist im Lüdinghauser Platt geschrieben:
(Danke an Fritz Lenfers!)

Josef Richter: Krach ümt Gloria

Et was Christ-Himmelfahrtsdagg in Lünkhuesen, een Muorn so schön, äs’t nich faken eenen giff in’t Jaohr. De Sunn scheen so warm, äs wenn se all de Riägendaage in de lessten Tied up eemaoi wier gued maken wull. De Vüögelkes sungen öhr schönste Leedken, un de kleine Nietelküenink in de Gaornhiege gong ‚t harre an, he mott ’ne wahne Fraide hatt hämm, buoll tickede he buoben, buoll unnen in de Hieg herüm. Dusend Blömkes harn öhre schönsten Kleedkes anleggt.

In’n Gaorn, buten vüör de Müehlenpaort, was son’n klein schroer Männken, sien Schiermkäppken holl he in de Hand un gong de Pättkes lang. Keek hier nao de Grautebaunen, dao nao de iärwten un Siepel un gnögelte so för sick hen. Et steiht alls gued, meinde he vüör sick.

Doch well was dat, dat kleene schroer Männken, met den blauen Schniegel un de blankgewicksten Sunndaggsschoeh? Et was Luiken Osthues, son ‚ n aollen Hiärwstgesellen, son ‚ n Sügeltöner. Un äs nue de aolle Prott van haugen Taon to de Hohmiss an te Wen fong – he trokk de Klocken üördentlich, dat se wahn klungen – dao schluffkede Luiken dört Gaornppöertken nao de Kiärk, he moss in de Hohmiss de Bälge triädden. Äss he buoben up ‚ n Üörgelbüern ankuemen was, satt he sick up sien Bänksken, üm wier to Aohm te kuemen, dat Trappstiegen namm öhm ümmer de Luft wäg. Et was kuort vör tain, äs Lisken Teekens, de Uöganistin, up de Üörgelbank Plass namm. Se bott Luiken „gueden Muorn“, un Luiken sagg sienen Dank de füör.

Luiken tratt den eenen Balg all ‚ n lück an, daormet de Üörgel faorts üörnlick lossbruusen könn, et wass dao Fierdagg, Christi-Himmelfahrt. De Uhr an ‚ n Taon schloog tain, doer fong de Üörgel an te bruusen. Ganz deip fong Lisken an, dat de Posaunen män so klüngen; dann gong ‚t höeger un ümmer höger un deip un haug to gliek, hen un her, et was ‚ n lustig Fangenspieelen up de Üörgel. Antlest wuort ümmer sachter un sachter un dann gonkt Spieel in ‚t Kyrie üöwer. Bie so fierlikk Vüörspieel, dat wuss Luiken moss he ümmer vull Wind maaken, aower nu bie ‚t Kyrie konn he ‚t wier langsamer gaohn laoten.

Dat „Gloria“ kamm, de Pastor stimmde et gass fierlick an, de Köster met sienen Kiärkenchor lösden ein aff. Luiken moss sick nuu wier dranhollen, he wass doebie an ‚t tellen: Fiefentwinntig – Diärtig – Dreiendiärtig – Fiefendiärtig; nu wasst gnoog.

Fiefendiärtigmaol moss he triäden, dat gaff Wind büß an ‚ n Schluss van ‚t Gloria. He lagg sick nue buoben up ‚ n Üörgelbürn in ‚t Fensterken un keek nao bueten. Kuem har de Köster dat ierste „miserere nobis“ sungen, dao sagg de Üörgel tüüüüht – un dann wass ‚t alle. Lisken reet an alle Registers, strammpelde mett de Been, et kamm kienen Taon mär ut de Üörgel, de Luft wass öhr ratz uetgaohn. Luiken aower, weil buoben in ‚t Fenster lagg, lusterde up de Vüegelkes buuten, weil een anner „Gloria“ süngen. Antlest wuord öhm aower ‚ n lück still van achterto, he keek sick üm un saog, dat de Bälge nich mär up Wind stönnen. Dao gaff he sick sachte wier an ‚t Triäden.

Luiken wuss aower ümmer nao nich, dat se dat halwe „Gloria“ aohne öhm sungen harn. De Miss gong an ‚ n End, un antlesst moss he sick dao nao wahn dran hollen, denn Lisken spielde ’ne extra lange Fuge van Bach, üm wennigstens en Stücksken van ‚t „Gloria“ wier gued te maaken. Dann schmeet se de Naoten hen, schlaog den Üögeldieckel to, üm sick Luiken to kaupen. Buoben an de Trapp kreeg se oömm nao so iäben an ‚ n Rock to packen. Lisken wass raut vüör Veniehn, un öhre Stimm üöwerschlog sick faken: „Waorüm he kinnen Wind bie ‚t „Gloria“ maakt här, off he nue all an fröhen Muorn besuoppen wöer. Off he sick nich schiämde, öhr sao te blameern?“ Un met öhrn Sunnenschirm fuchtelde se Luiken ümmer vüör de raude Niärs harüm. – He söll nich genoog Wind maaken können? Dat gong Luiken to naige. He stall sick vüör Liesken hen, keek se van unnen nao buoben to an un sagg: „Du aolle dumme Dähn, mennst du ick wüss nich wuvuell Wind up ‚t „Gloria“ geiht? Fiefendiärtig Tratt, nicks mäeh un nicks wenniger!“ Liesken aower, van Huese ut gebildet, schuoet „de dumme Dähn“ doch wahn in de Knaie; se sagg nicks, dreihde sick üm un gong nao Hues. Annern Dags schreef Luiken an ‚ n Pastor düsse Riäknung: „Lisken Teeke zum letzten Mal den Balg getreten. 2 ‚h Silbergroschen. Hochachtungsvoll Ludwig Osthues, Bälgetreter a. D.“

Anmerkungen:
Elsken (Elisabeth) Theke war eine Lehrerin, die gelegentlich die Orgel spielte, sie wohnte am Ostwall.
Luiken Osthues könnte an der Mühlenstraße gewohnt haben. Dort gab es einen Uhrmacher Osthues (genannt „Bismarck“ – er hatte einen ähnlichen Bart, daher der Spitzname). Ob Luiken (Ludger) mit ihm verwandt war, ist aber nicht bekannt.


Liedanzeiger

Stritzken (WN Lüdinghausen, 08. Dezember 2012)

Seit einiger Zeit begleitet der Enkel Oma und Opa gelegentlich zum Gottesdienst. Mit offenen Augen verfolgt der Drittklässler alles, was sich um ihn herum ereignet.

Interessiert war er auch, als das nächste Lied eingeblendet wurde. „262, 2+4“ stand dort zu lesen. Im Gesangbuch verfolgte er natürlich auch genau, was gesungen wurde. Dann stutzte er jedoch.

„Die singen ja gar nicht die Sechs“, flüsterte er Oma zu. „Wieso Sechs?“, fragt diese zurück. „2+4 = 6“, lautete die Antwort.

Dass Großeltern gelegentlich sprachlos sind, zeigt dieses Beispiel. Dass sich die Großeltern und Enkel sowie der Rest der Gemeinde beim kommenden Sonntagsgottesdienst auf die gleiche Strophe einigen können, hofft

Stritzken


Der arme Chorsänger

Adolf Zurwonne: Der arme Chorsänger

Musik ist schön, nicht immer leicht,
ob jemand singt, bläst oder streicht.
Ein Ärgernis sind diese Noten
und Vorsicht ist da schon geboten.

Der Musiker hat es nicht schwer,
er schlägt die Töne am Klavier,
dem Sänger doch bringt’s oft Verdruss,
weil diese selbst er bilden muss.

Mitunter ist es wie verhext,
wenn da ein Kreuzchen vorgesetzt
und immer wieder irgendwann
weht noch ein Fähnchen oben dran.

Doch in noch einem weiteren Falle
verwirren ihn die Intervalle,
und gerne hätt‘ er auch gewusst,
wer dieser „Allah Breve“ ist.

Die hinterhältigen Fermaten
rauben ihm den letzten Atem;
dann die Tempi und die Zeiten!
Das hohe A macht Schwierigkeiten!

Und alles das im Kopf behalten,
und werkgerecht auch noch gestalten!
Wohl dem, der von sich sagen kann:
Ich hab einen guten Nebenmann!

von Adolf Zurwonne, Rheine


Achtung – Orchel-Bühne

Lustige Entdeckung in einer fränkischen Kirche am Aufgang zur Orgelempore. Bei Übersetzungsproblemen wenden Sie sich gerne an Kantor Thomas Kleinhenz 🙂 .

Achtung – Orchel-Bühne

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