Johannes Greshake


Johannes Greshake
* 22. Oktober 1931,  + 5. April 2017

Ein Leben für die Kirchenmusik mag vielleicht wie eine Floskel klingen, es ist bei Johannes Greshake aber sicher wörtlich zu nehmen.

Über seinen Vater Georg Greshake, der hauptamtlicher Kirchenmusiker und Küster der Gemeinde St. Felizitas Lüdinghausen war, erhielt er schon in frühester Kindheit Zugang, unterstützte seinen Vater bei Arbeiten an der Orgel und konnte ihn schon vor Vollendung des 10. Lebensjahres zeitweise beim Spielen der Orgel ersetzen.

1949 trat er als 18-Jähriger dem Kirchenchor St. Felizitas als aktiver Sänger bei. Eine frühere Mitgliedschaft sahen die Statuten damals nicht vor. Johannes Greshake beschrieb immer sehr lebendig und glaubhaft, wie er und einige seiner Freunde erwartungsvoll und freudig der Chormitgliedschaft entgegen gefiebert haben.

Sein Wunsch, Orgelbauer zu werden, erfüllte sich leider nicht. Schließlich konnte er aber an der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Münster studieren. Im Jahr 1954 bekam er dann über seinen Onkel die Möglichkeit, als Organist in der Gemeinde Santo Antonio do Pari in Sao Paulo, Brasilien zu arbeiten.

1961 kam er zurück nach Deutschland und übernahm am Pfingstmontag die Stelle in St. Felizitas in Lüdinghausen, nachdem sein Vater in Rente ging. Hier hat Johannes Greshake 34 Jahre als hauptamtlicher Küster, Organist und Chorleiter bis zum Erreichen des Ruhestandes am 30. Oktober 1994 gewirkt.

Die liturgischen Veränderungen des zweiten vatikanischen Konzils, die Einführung des Einheitsgesangbuches „Gotteslob“ im Jahr 1975 und das Aufkommen des „Neuen Geistlichen Liedes“ fallen in seine Dienstzeit. In dieser Zeit gab Johannes Greshake der Gemeinde Orientierung, indem er ausgewogen die Balance zwischen dem Erhalt des Traditionellen, Bewährten und dem Neuen hielt.

Als Chorleiter gestaltete er die Chorproben abwechslungsreich und fachlich fundiert, und ihm gelang es so über 40 Jahre hinweg, immer wieder neue Mitglieder in den Chor zu integrieren, in lustvoller Art auch anspruchsvollste Kirchenmusik einzuüben und zum Lobpreis Gottes in die Gestaltung der Liturgie einzubringen. Darüber hinaus hat er sich in dieser Zeit mit den Chormitgliedern für den gesellschaftlichen Zusammenhalt des Chores eingesetzt. Ausflüge, Feste und Zusammenkünfte nach der Probe wurden wesentlich von ihm mit geprägt und förderten den Zusammenhalt der Chormitglieder.

In seine Amtszeit fiel auch der Bau der jetzigen Orgel, die im Jahr 1983 von der Firma A. Führer, Wilhelmshaven, erstellt wurde. Die Spendenakquise für den Orgelneubau hat er als damaliger Kirchenmusiker wesentlich mitgetragen.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand im Oktober 1994 endete aber noch lange nicht sein kirchenmusikalisches Tun. Urlaubs- und Krankheitsvertretungen in seiner Pfarrgemeinde und an den Orgeln der umliegenden Kirchengemeinden prägten nach wie vor seinen Terminkalender.

Nach der Übergabe der Organisten- und Chorleiterstelle an seinen Nachfolger Thomas Kleinhenz reihte sich Johannes Greshake wieder in die Schar der Chormitglieder ein und war im Bass seinen Kollegen eine wichtige Stütze und Orientierung. Als Mitglied des Vorstandes brachte er nach wie vor seine Erfahrung und seinen Sachverstand in die Arbeit des Kirchenchores St. Felizitas ein.

Johannes Greshake hat in seiner offenen, humorvollen und lebensfrohen Art über fast 70 Jahre das Chorleben in St. Felizitas mitgeprägt. Als Dank für seine langjährigen Verdienste um die Kirchenmusik in der Pfarrgemeinde St. Felizitas wurde ihm im Jahr 2007 die Cäcilienmedaille des Diözesanverbandes Münster verliehen.

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